re:publica 2026 - Ideen, Austausch und neue Perspektiven - ein Bericht von Hannes Michler
Möglich wurde die Teilnahme durch das Programm von Civic Coding, das konkrete gesellschaftliche Herausforderungen aufgreift und den Austausch mit einer engagierten Community fördert. Dadurch entstand auch die Gelegenheit, die re:publica als Speaker zu besuchen und die Idee im Rahmen der Pitch-Session vorzustellen.
Positiv aufgenommen wurde vor allem der Ansatz, Menschen ihr zukünftiges Zuhause bereits vor dem Einzug digital erlebbar zu machen und teilweise mitzugestalten. Dieser menschliche Fokus wurde als wichtiger Beitrag gesehen, um einen oft emotionalen und schwierigen Schritt transparenter und selbstbestimmter zu gestalten.
Besonders wertvoll waren die fachlichen Rückmeldungen zum tatsächlichen Mehrwert gegenüber klassischen 3D-Modellen, zur Niedrigschwelligkeit der Anwendung sowie zum Interesse potenzieller Bewohnerinnen und Bewohner. Gleichzeitig wurde deutlich, dass die vorgesehenen 45 Stunden im Accelerator für die Größe und Komplexität des Projekts vermutlich nicht ausreichen würden. Umso erfreulicher war das Interesse eines Start-ups an einer möglichen gemeinsamen Weiterentwicklung.
Insgesamt zeigte sich, dass das Thema einen wichtigen Nerv trifft, da Digitalisierung in der Pflege häufig verwaltungsorientiert gedacht wird und seltener die Perspektive von Bewohnerinnen und Bewohnern in den Mittelpunkt stellt - insbesondere Fragen nach Sicherheit, Orientierung und einem Gefühl von Zuhause.
Auch die Vorträge und Panels zu KI, sozialer Gerechtigkeit, Kreislaufwirtschaft, Demokratie und sozialen Medien lieferten viele Denkanstöße. Besonders eindrucksvoll waren Beiträge zu den Auswirkungen von KI auf die Arbeitswelt, zu nachhaltigen digitalen Geschäftsmodellen sowie zur Frage, wie digitale Teilhabe und demokratische Verantwortung gestärkt werden können.
Der Austausch mit Menschen aus Start-ups, Politik, Wissenschaft und sozialen Einrichtungen machte zudem deutlich, wie wichtig Zusammenarbeit bei digitalen und gesellschaftlichen Herausforderungen ist. Die re:publica hat zahlreiche neue Perspektiven und Impulse für die Arbeit in Pflege und Caritas eröffnet. Auf die Themen der nächsten re:publica darf man bereits gespannt sein.
Hannes Michler