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Der rote Kampagnenschuhkarton vor sonnengelbem Hintergrund. Darauf steht ein rosa Kindergummistiefel mit Einhörnern und ein brauner Damenschuh mit Absatz und Riemen. Beide Schuhe zeigen Gebrauchsspuren. Links daneben der Kampagnenslogan "Zusammen geht was".
Auf einem roten Schuhkarton sind vor einem rosa Hintergrund ein Paar Gummistiefel zu sehen. Der linke Schuh ist ein brauner Kindergummistiefel mit einem Tigerkopf in kleiner Schuhgröße, der rechte ein hoher grüner Gummistiefel in großer Schuhgröße. Darüber steht das Kampagnenmotto: Zusammen geht was.
Auf einem roten Schuhkarton sind vor einem blauen Hintergrund ein Paar Schuhe zu sehen. Beide Schuhe sind Sportschuhe. Der linke Schuh ist ein blauer Turnschuh mit zwei weißen Streifen, der rechte ein höherer weißer Boxstiefel. Beide Schuhe sind abgenutzt. Darüber steht das Kampagnenmotto: Zusammen geht was.
Auf einem roten Schuhkarton sind vor einem lila Hintergrund ein Paar Schuhe zu sehen. Der linke Schuh ist ein schwarzer hoher Stoffturnschuh mit weißen Schnürsenkeln, der rechte ein höherer bunt gemusterter Damenschnürschuh. Beide Schuhe sind abgenutzt. Darüber steht das Kampagnenmotto: Zusammen geht was.
Sozialcourage Soziale Berufe

Was macht eigentlich... ein Physiotherapeut?

Physiotherapeuten erzielen bei Senioren oft erstaunliche Erfolge. Sie helfen ihnen, sich nach Unfällen oder Krankheiten wieder zurück ins Leben zu kämpfen. Große Fortschritte bei Patienten erreichen sie jedoch nur mit viel Geduld und Fachwissen.

Jüngerer Mann mit älterer FrauAuch Marco Maier profitiert von der gemeinsamen Arbeit: Er lernt von der Lebenserfahrung der Senioren.Philipp Rudolf

Seit drei Jahren trainieren sie und so haben sie es allmählich geschafft, dass Margarethe Schneider wieder über den Flur gehen kann: Physiotherapeut Marco Maier kommt zu der 79-Jährigen ins St. Carolushaus in Freiburg und hilft ihr hoch, so dass sie an der Bettkante sitzen kann. Dann zieht er ihre Beinschiene über den linken Fuß und öffnet ihre linke Hand, die durch den Schlaganfall vor drei Jahren verkrampft ist. Durch ständiges Üben haben die beiden viel erreicht. Als Margarethe Schneider in das Pflegeheim in Freiburg kam, konnte sie nur noch liegen.

"Durch regelmäßiges Training verbessern wir das Leben der Bewohner. Es macht mich glücklich, wenn zum Beispiel Frau Schneider wieder am Leben teilhaben kann", sagt Marco Maier. Regelmäßig bedeutet: dreimal in der Woche für je 30 Minuten. "Obwohl es anstrengend ist, freue ich mich immer, wenn er kommt. Der Herr Maier ist halt der Beste", sagt Frau Schneider lächelnd. Auch das Sprechen musste sie nach der Erkrankung neu lernen.

Die Neurologie ist sein Spezialgebiet

Marco Maier ist selbstständig. Entweder die Patienten kommen zu ihm in die Praxisräume oder er geht zu den Patienten in Einrichtungen wie das St. Carolushaus. Die Arbeit von Physiotherapeuten lernte der 36-Jährige kennen, als er nach einer Sprunggelenkverletzung beim Fußball selbst auf dem Behandlungstisch landete. Nach dem Abitur 1998 begann er dann mit der Ausbildung.
Zur dreijährigen Ausbildung gehörten auch Praktika in der Orthopädie, Inneren Medizin, Chirurgie und Neurologie. Die ist heute sein Spezialgebiet: "An der Neurologie interessiert mich besonders die Komplexität der Krankheitsbilder." Wenn Nerven oder Gehirn geschädigt sind, ist meist der ganze Körper betroffen. Krankheiten wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall verlaufen sehr unterschiedlich, Physiotherapeuten müssen sich deshalb ständig weiterbilden. "Ein Kreuzbandriss ist ein Kreuzbandriss, aber jeder Schlaganfallpatient hat sein eigenes Krankheitsbild. Durch die Blutungen können unterschiedliche Bereiche im Gehirn betroffen sein", erklärt Maier.

Junger Mann hilft SeniorinNicht nachlassen, immer weiter trainieren.Philipp Rudolf

Bei älteren Menschen sind solche Erkrankungen häufig. Im St. Carolushaus leben rund 100 Menschen zwischen 65 und 103 Jahren - aber auch 15 jüngere, die nach Unfällen im Wachkoma liegen. Wer als Physiotherapeut in einem Pflegeheim mit Senioren arbeitet, sollte natürlich keine Scheu vor Älteren und vor der Arbeit am Körper haben. Man muss gerne mit anderen Menschen zu tun haben, eine Beziehung aufbauen und Patienten für das Training motivieren können. Marco Maier macht die Arbeit mit Älteren große Freude: "Senioren haben so viel Lebenserfahrung, von ihnen kann ich selber noch einiges lernen."

Muskelaufbau ist in jedem Alter möglich

Schlaganfallpatienten wie Margarethe Schneider sollen die Herrschaft über den eigenen Körper zurückerobern. Die von den Krankenkassen zugestandene Zeit dafür reiche oft nicht aus, bemängelt Maier. Bei jedem Training sollen die Patienten an ihre körperlichen Grenzen gebracht werden - zum Beispiel durch Treppensteigen. Eigene körperliche Fitness ist deshalb für Physiotherapeuten wichtig, um sie im Notfall abzustützen. Nach einem Schlaganfall könne im ersten halben Jahr am meisten erreicht werden, aber eine Verbesserung sei eigentlich immer möglich, erklärt Maier. Denn Menschen könnten in jedem Alter Muskeln aufbauen und ihre Lebensqualität steigern. Ein Beispiel dafür ist Margarethe Schneider.

Autor/in:

  • Philipp Rudolf
Sozialcourage Ausgabe Sozialcourage, 03/2014: caritas.de

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