care@work als Modellprojekt in Finsterwalde gestartet

Die Auftaktveranstaltung des ESF Plus Modellprojekts "care@work Unterstützung für pflegende Angehörige in Unternehmen" am 30. März 2026 in der Kulturweberei Finsterwalde setzte ein eindrucksvolles Signal für die Weiterentwicklung sozialer Arbeit im Spannungsfeld von Beruf und Pflege. In einem vielseitigen Programm aus Fachimpulsen, Praxisberichten und politischem Dialog wurde deutlich, dass die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft neue, innovative und nachhaltige Lösungsansätze erfordern.
Das Projekt wird durch die Investitionsbank des Landes Brandenburg ILB mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus ESF Plus gefördert, was die innovative Bedeutung und Tragfähigkeit des Vorhabens zusätzlich unterstreicht.

Bereits die musikalische Eröffnung verlieh der Veranstaltung einen würdigen Rahmen und leitete über in eine Reihe von Beiträgen, die sowohl wissenschaftliche Erkenntnisse als auch konkrete betriebliche Erfahrungen zusammenführten. Der Impulsvortrag zur psychotherapeutischen Unterstützung pflegender Angehöriger machte eindrücklich sichtbar, wie hoch die emotionale und psychische Belastung in Pflegesituationen ist und wie wichtig niedrigschwellige, professionelle Unterstützungsangebote sind. Hier zeigte sich exemplarisch, wie moderne soziale Arbeit zunehmend interdisziplinär, präventiv und ressourcenorientiert ausgerichtet ist.
Im weiteren Verlauf wurde das Modellprojekt "care@work" als innovativer Ansatz vorgestellt, der gezielt an der Schnittstelle von Unternehmen und sozialer Unterstützung ansetzt. Die Beiträge aus der Praxis verdeutlichten, dass Unternehmen eine zentrale Rolle dabei spielen, pflegende Angehörige zu entlasten und gleichzeitig Fachkräfte langfristig zu sichern. Flexible Arbeitszeitmodelle, betriebliche Beratungsangebote und eine offene Unternehmenskultur sind dabei wesentliche Bausteine.

Im Podiumsgespräch wurde die Perspektive nochmals erweitert. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik,
Wirtschaft und Verbänden diskutierten engagiert darüber, wie Rahmenbedingungen geschaffen werden können, um pflegende Angehörige besser zu unterstützen. Dabei wurde deutlich, dass es ein abgestimmtes Zusammenspiel aller Akteure braucht von der Landespolitik über die Wirtschaft bis hin zu den Trägern sozialer Dienste.
Regionalleiter Markus Adam brachte diesen Anspruch prägnant auf den Punkt: "Wir stehen an einem Wendepunkt, an dem soziale Arbeit neu gedacht werden muss innovativ, vernetzt und mit einem klaren Blick auf die Lebensrealitäten der Menschen." In eine ähnliche Richtung argumentierte auch Diözesancaritasdirektor Bernd Mones, der hervorhob: "care@work ist ein Beispiel dafür, wie soziale Innovation konkret gelingen kann. Es geht darum, Verantwortung zu teilen und tragfähige Strukturen für die Zukunft zu schaffen"

Die Veranstaltung machte insgesamt deutlich, dass die Zukunft sozialer Arbeit in der Verbindung von Innovation, Kooperation und Praxisnähe liegt. Projekte wie "care@work" zeigen, wie neue Wege beschritten werden können, um gesellschaftliche Herausforderungen aktiv zu gestalten und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, getragen und ermöglicht durch die Förderung von ILB und ESF Plus.
Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsame Ideen weiterzuentwickeln. So wurde die Auftaktveranstaltung nicht nur zu einem Ort des fachlichen Inputs, sondern auch zu einem wichtigen Impulsgeber für eine zukunftsorientierte soziale Arbeit.