Fachtag Gewaltprävention: „Machtverhältnisse verstehen – Gewalt verhindern“
Foto: Sabine Kempa
Rund 70 Teilnehmende, darunter Fachkräfte und Leitungsverantwortliche aus Einrichtungen und Angeboten der Eingliederungshilfe, Vertreter aus Verwaltung, Verbänden und Ministerien sowie Nutzerinnen und Nutzer von Unterstützungsangeboten beteiligten sich am fachlichen Austausch und brachten ihre unterschiedlichen Perspektiven in die Weiterentwicklung von Ansätzen zur Gewaltprävention ein.
Prof. Dr. Tim Wersig eröffnete mit einem einführenden Hauptreferat den Fachtag. In seinem Vortrag "Zwischen Vertrauen und Schutz: Macht und Abhängigkeit in der Eingliederungshilfe" beleuchtete er die komplexen Zusammenhänge von professionellen Beziehungen, Verantwortung und Gewaltschutz. Vertiefend setzten sich die Teilnehmenden in vier Workshops zu Macht- und Gewaltaspekten im Zusammenhang mit Leitungsstrukturen, Teamdynamiken, Assistenzbeziehungen und Peergroups auseinander. Im gemeinsamen Austausch konnten so Perspektiven aus der Praxis, Wissenschaft und Alltagserfahrungen zusammengeführt werden.
Foto: Sabine Kempa
In seinem Abschlussstatement gab Prof. Dr. Tim Wersig mit auf den Weg: "Es ist uns allen zu wünschen, dass wir von diesem Fachtag nicht nur Wissen mitnehmen, sondern Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit für Situationen, in denen Macht und Abhängigkeiten wirksam werden. Aufmerksamkeit für Menschen, deren Stimme übergangen wird, und Aufmerksamkeit für uns selbst und unsere professionellen Rollen. Denn Gewalt verhindern heißt nicht nur, Risiken zu vermeiden. Es geht darum, Bedingungen zu schaffen, unter denen Menschen sicher, selbstbestimmt und würdevoll leben können."