Psychosoziales Angebot für junge psychisch belastete Menschen
Seit über einem Jahr hat sie ihr Angebot erweitert und reagiert damit auf aktuelle Entwicklungen in der Gesellschaft.
Mit den 3 Standorten Forst, Guben und Spremberg ermöglicht die KBS Spree-Neiße Personen, die von psychischen Erkrankungen betroffen oder bedroht sind (und deren Angehörigen), die Teilnahme an offenen Gruppenangeboten sowie Einzel-Beratungen als Unterstützung. Zudem sind die Mitarbeitenden der KBS auch im Rahmen der Online-Beratung der Caritas tätig und übernehmen dabei die Rubrik "Behinderung und psychische Beeinträchtigung".
Obwohl sich jegliche Hilfeleistungen der KBS an volljährige Personen richten, suchen Menschen in der Altersspanne von 18 - 50 Jahren dennoch weitaus weniger diese Angebote auf als Menschen über 50 Jahren. Damit junge psychisch belastete Menschen speziell auf sie zugeschnittene Hilfe erhalten, bietet die KBS seit Juni 2024 zusätzliche Gruppenangebote für diesen Personenkreis an: Die Gruppen "Achtsam & Aktiv U50" an den Standorten Forst und Guben.
Die Gruppen richtet sich an psychisch belastete Personen unter 50 Jahren und deren Angehörige, die Kontakt mit Gleichgesinnten und Möglichkeiten des Austausches und der gemeinsamen Beschäftigung suchen. Jeden 2. Dienstag im Monat, in der Zeit von 16:00 Uhr bis ca. 17:30 Uhr, trifft sich die Gruppe in der KBS am Standort Forst am Kegeldamm 2. In Guben findet das Angebot jeden 2. Mittwoch im Monat von 14:00 - 16:00 Uhr in der Berliner Str. 15/16 statt.
Neben Gesprächen zu persönlichen Lebensthemen stehen bei den Gruppen auch die gemeinsame Beschäftigung mit Spielen und Bewegung (u.a. Tischtennis, Billard) im Mittelpunkt. Auch gemeinsame Ausflüge werden unternommen. Die Kleingruppen in Forst und Guben sind ein offenes und kostenfreies Angebot, sodass sich InteressentInnen unkompliziert anschließen können.
Die Caritas KBS Spree-Neiße möchte mit diesem Zusatzangebot einen wichtigen Beitrag zur Versorgung psychisch belasteter und erkrankter junger Menschen in der Region leisten. Ziele sind dabei die Betreuung und Beratung der genannten Zielgruppe, die Schaffung von Möglichkeiten der Begegnung und die Stabilisierung der Betroffenen, sowie die weitere Sensibilisierung der Öffentlichkeit und Politik für dieses Thema.
Notwendig ist dies, denn junge Erwachsene sind statistisch gesehen viel häufiger von psychischen Erkrankungen betroffen und bedroht, als Ältere. Laut einer Studie im Auftrag des internationalen Meinungsforschungsunternehmens Ipsos litten 2024 in Deutschland ca. 39 % der 25 - 34-Jährigen und 41 % der 18 - 24-Jährigen an mindestens einer psychischen Erkrankung (deutscher Gesamt-Durchschnitt aller Volljährigen: 31 %).
Sich in einer schwierigen Lebenssituation Hilfe zu suchen ist für viele Betroffene mitunter eine Herausforderung: Zum Beispiel sind die Möglichkeiten der Hilfe einigen jungen Menschen völlig unbekannt und/oder die Angst vor Stigmatisierung und der Druck auf Arbeit und im Sozialleben, "funktionieren zu müssen", lassen Betroffene in manchen Fällen Hilfe erst zulassen, wenn die psychischen Erkrankungen bereits zu schweren Krisen geführt haben.
Dann gibt es meist kaum noch Alternativen zu einer stationären Behandlung im Krankenhaus oder einem teilstationären Aufenthalt in der psychiatrischen Tagesklinik, bis eine Besserung erreicht werden kann. Erschwerend kommt hinzu, dass die ambulante psychotherapeutische Versorgung in großen Teilen des Landes Brandenburg nicht ausreicht, um den Bedarf zu decken. Als Ergebnis betragen die Wartezeiten bis zum Beginn einer ambulanten Psychotherapie mitunter mehrere Monate oder sogar länger. Umso wichtiger sind Hilfen, die niedrigschwellig, also zeit- und wohnortnah, unbürokratisch und kostenfrei nutzbar sind, wie die Angebote der KBS.
In Beratungsgesprächen kann eine Erstversorgung gewährleistet werden, über Möglichkeiten weiterer Hilfen gesprochen werden und vieles mehr. Die Teilnahme an Gruppenangeboten kann z.B. eine Tagesstruktur für die Menschen schaffen und das Gefühl von Akzeptanz und Zugehörigkeit entstehen lassen.
All das sind stabilisierende Faktoren für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, die aktuell dringender denn je benötigt werden.